Archiv

Die Besten in den Osten (Drew)

Charly steht gedankenverloren an der Reling. Es schneit.

„Was hab ich mir bloss dabei gedacht?“, brummt er vor sich hin. Doch da stand sie schon hinter ihm und schlingt die Arme um seine Brust. „Ich wusste es vom ersten Tag an, dass wir zueinander gehören“, raunzte sie an seinem Ohr. Er übergab sich in den See.

Schweiss gebadet wacht er auf.

„Hach, was für ein Glück, es war nur ein Traum“, denkt er bei sich. Er hatte Olga nur im Traum diesen lächerlichen Heiratsantrag vor allen Leuten gemacht. „Was war das nur für ein Albtraum! Buh, mir ist ganz übel“.
Neben ihm im Bett bewegte sich etwas. „Oh nein, oh nein, lass es bitte nicht Olga sein“, dachte er bei sich. Plötzlich spitzt ein Hundekopf unter der Bettdecke hervor. „Ach, was für ein Glück, mein Hund. Nur mein Hund.“

Er stand auf und ging unter die Dusche. Kaum stand er vorm Spiegel, gingen ihm wieder die gleichen Gedanken durch den Kopf wie jeden Tag. „Ich muss meine Gesichtscreme wechseln. Unbedingt. Die Falten nehmen überhand.“ Er fönte sein blondes Haar und stieg in seine Klamotten. Mit einem letzten Lächeln in den Spiegel drehte er sich zur Tür und schwebte leichten Fusses hinaus in den Tag.

Im Büro angekommen zitierte er seine Engel zu sich. Drew, Lucy und Cameron tanzten widerwillig an. „Engel, wir haben Arbeit. Und was heisst das, wenn ich sage, wir haben Arbeit?“ Die drei antworteten wie aus einem Mund: „Das heisst, WIR haben Arbeit und Du nur den Auftrag für uns.“ „Ach Mädels, ihr seid so unglaublich klug. Ich weiss schon, warum ich euch damals ausgewählt habe.“ Die drei sahen sich an und verdrehten die Augen. Natürlich ohne, dass er es sehen konnte.

Nachdem er ihnen erklärt hatte, worin diesmal ihr Auftrag bestand, liefen sie die Treppen hoch zu George. Sie konnten es nicht fassen und wollten ihm, ihr Herz ausschütten. Er hörte ihnen immer so liebenswürdig zu und bereitete ihnen liebevoll Nespresso, der sie jedes Mal ganz schnell wieder glücklich machte und zur Ruhe kommen liess.

Charly hatte ihnen mitgeteilt, dass sie zunächst zum Blasenhorn sollten, um genau zu sein, nach Blasen, einer unbekannten Alp am Fusse des Blasenhorns. Dort würden sie weitere Instruktionen erhalten von den feurigen Fünf. Da für den Lift das Geld fehlte, standen ihnen 4,5 Std. Aufstieg bevor. Sie schnürten ihren Rucksack, verabschiedeten sich traurig von Georgey Boy und machten sich auf den Weg.

Oben auf der Alp angekommen, warten die feurigen Fünf bereits auf sie. Sie übergaben ihnen bei einem Gläschen Appenzeller feierlich einen Umschlag. Darin war ein weisses Blatt Papier mit nur einem einzigen Satz darauf: „Wo spürt man den Olma-Puls?“

Plötzlich rief Lucy: „Gibt es hier Toiletten?“

22.10.07 08:08, kommentieren



Nichts ist mächtiger als eine Idee, deren Zeit gekommen ist! (Victor Hugo in Les Misérables)

23.10.07 11:26, kommentieren

Ohne Senf (Lucy)

Drew:" Klar gibt's hier Toiletten, steht ja auf dem Wegweiser." Cameron Hände verwerfend und auf den Boden stampfend:"Ich hab's gewusst! Ich hab's gewusst! Da fehlen die Bilder vom Mann in der Hose und der Frau im Rock! Wie soll man sich da bitte orientieren können? So nützt alles nichts! Das geht so nicht!

Lucy, zwischenzeitlich korrekt in der Reihe vor dem Frauenkloo eingereiht, fing an über das Leben nachzugrübeln."Ach, wie schön wäre es doch einen Fifi zu haben. Jemanden, der einem auf Schritt und Tritt folgt ohne nur einen Gedanken daran zu verschwenden, ob dies nun gut oder schlecht ist oder ob es gar Sinn macht. Hmmmmm...Charly kannte die Antwort."

Die Schlange bewegte sich vorwärts. "Autsch!!!! Scheibenkleister!!! "Wie kam die verfluchte Gabel auf den Boden? Da hatte wohl der Teufel seine Finger im Spiel! Lucy riss sich die Gabel aus der Ferse und warf sie über den Abhang. Sie härte den folgenden Schrei nicht. Zum Glück hatte es keine recycling Handtücher im Kloobereich. Mit den Streifen aus dem Frotteetuch verarztete sie sich notdürftig selbst und humpelte zurück zu den restlichen Engeln, die zwischenzeitlich Hunger bekommen hatten.

Drew: "Ohne Senf! Oooooohnnnnnneeeeeee SENF! Sonst kannst du das Schalala am Schluss nicht fühlen!" Cameron wuchs 3 cm. Wie zum Teufel konnte eine bleiche Wurst ohne Beilage und Sauce gegessen werden und auch noch schmecken? Aber Drew beharrte darauf. Die OLMA-Bratwurst sollte im Naturzustand verspeist werden.  "Harasho, harasho, "sagte Cameron und biss zu. Drew konnte ihr schmunzeln nicht verkneifen, als sie den Schalala-Ausdruck in Camerons Gesicht erkennen konnte.

"Schau, die schönen Blumen! Die sind soooooo schööööön! Die müssen wir haben!!! Unbedingt!" Drew:" EDELWEISS?" Cameron, noch immer benebelt vom Schalalaerlebnis schritt geradewegs auf die geschützten Blumen zu und fing an sie zu pflücken. " Kommt nicht in die Tüte; " schrie Drew und warf sich schützend vor die Pflanzen. Lucy konnte es nicht fassen und verfolgte das Geschehen regungslos und mit offenem Mund. Sie wischte sich den Speichel von der Lippe, bevor er zu Boden fiel. "Nciht in die Tüte, auf die Tische, da gehören sie hin! Soooo schön!" Cameron war nicht zu bremsen.

Tiririiiiiii, Tiririiiiiiii (Meldodie Mission Impossible). Das Signal! Die Engel liefen im Gleichschritt zu Charly. Dieser leckte sich genüsslich die Essensresten von der linken Oberlippe. Seine Finger wollten gerade seine Nackenhaare zwirbeln, da fiel es ihm wieder ein. War es wirklich schon mehr als 20 Jahre her, dass er keinen Fokuhila mehr trug? Waren das geile Zeiten - wie schnell es geht....Die Engel räusperten sich.

"Girls, habt ihr den Auftrag erfüllt? Wer kann mir sagen, wo der Puls der OLMA spürbar ist?" Cameron; " Meiner Meinung nach ist er ganz deutlich beim Verzehr der weissen Wurst zu spüren. Es gibt da einen komischen Lala-Effeckt oder wie der heisst. Fühlt sich fast so an, wie wenn was vom Himmel kommt." Drew: "Ich weiss net ob das jeder gleich spürt, aber ich denke es wird durch George intensiviert. Nur wenn George dabei ist, dann kann ich ihn fühlen, sonst gehts net!" Charly schaute weg um seine Enttäuschung zu verbergen. "Und du Lucy? Wie hast du den Puls der OLMA empfangen?" Lucy: " Beim Säulirennen, da ist er gut fühlbar, ansonsten spüre ich keinen Puls, weder an der Haupeingangsader noch im Herzstück, bei den Hallen 4 und 5."

Das schrille Läuten von Camerons Handy bricht das Schweigen. Es ist der Berner Olma-Mitarbeiter, der zur Tarnung St. Gallerisch spricht um nicht sofort aufzufallen. Er möchte von Cameron wissen, warum sie die Namen der 5 Hausberge nicht kennt. Sie legt auf, ohne eine Antwort zu liefern. Da zückt Charly ein weiteres Couvert und meint: "Gut Engel, hier eine weitere Aufgabe. Wieso ist reden Silber und schweigen Gold?

1 Kommentar 28.10.07 20:49, kommentieren